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Der 14 Tonne schwere Koloss kehrt nach der Restaurierung aus Polen zurück - Blockaden zwischen den Zahnrädern und angezogene Bremsen sollen ein Wegrollen verhindern
Von Joscha Duhme
Königswinter. Kranführer Alfons Liebknecht legte vorsichtig die Hand an den Hebel, und schon begann die Lokomotive zu schweben. Langsam erhob sich die 14 Tonnen schwere "Lok 2" vom Tieflader und schwebte über die Köpfe unzähliger Schaulustiger, Eisenbahnfans und Hobbyfotografen sowie über eine Straßenlaterne hinweg.
Herkules: Jürgen Limper, Geschäftsführer der Bergbahnen AG, hat mit dem neuen Tourismusbahnhof einiges zu stemmen. Foto: Frank Homann
Seit einigen Tagen steht die Zahnraddampflokomotive wieder, wo sie hingehört, am Fuße des Drachenfelses, direkt vor dem in Kürze eröffnenden Tourismusbahnhof. In den vergangenen vier Monaten wurde das gute Stück im polnischen Schneidemühl von Grund auf restauriert. Nach knapp 40 Jahren auf ihrem Platz befand sich die Lok in einem wenig repräsentativen Zustand. Die Bahnwerkstatt Malowa und die Firma Interlok hatten das Fahrzeug demontiert, gereinigt, von Rost und Feuchtigkeit befreit, einzelne Teile erneuert und die Lok komplett neu lackiert. 40 verschiedene Arbeitsschritte umfasste die Restaurierung. Sie kostete die Bergbahnen im Siebengebirge AG inklusive Transport 60 000 Euro. Nach der 24-stündigen Rückfahrt war das gute Stück so dreckig, dass es auf dem Hof der Schwertransportfirma in Hersel mittels Dampfstrahlen erneut zum Glänzen gebracht werden musste, wie Firmenleiter Dieter Griethe berichtete. Danach konnte die Lok endlich nach Königswinter zurückkehren, wo das 1927 gebaute Fahrzeug bis zum Unglück im Jahr 1958 zusammen mit vier weiteren Loks im Einsatz war. Seit 1968 thront die Lokomotive vor der Talstation. Die Lokomotive wäre theoretisch immer noch fahrbereit, "aber natürlich nicht nach aktuellen Sicherheitsauflagen", wie der Geschäftsführer der Bergbahnen AG, Jürgen Limper, erklärte. Über 100 Schaulustige, darunter auch Bürgermeister Peter Wirtz und Oliver Bremm, Geschäftsführer der Tourismus Siebengebirge GmbH, bestaunten die Lok bei ihrer Rückkehr. Nachdem beim Abtransport im November der Zustand der rostenden Bahn selbst, umliegende Bäume und die extreme Hanglage das Vorhaben erschwert hatten, gestaltete sich das Unternehmen dieses Mal wesentlich einfacher. "Beim letzten Mal mussten wir den 80 Tonnen schweren Kran anderthalb Meter aufbocken, dieses Mal ist es nur ein halber Meter", so Griethe. Der neue Platz der Lok auf einem eigens gebauten Podest befindet sich einige Meter unter ihrem alten Stellplatz. Dort weist die Straße weniger Steigung auf, was das Verladen vereinfachte. Dennoch dauerte es rund 45 Minuten, bis sie die Lok für das Heben präpariert und am Kran befestigt hatten. Dann bewies Kranführer Alfons Liebrecht sein Können. Sanft und mit viel Fingerspitzengefühl hob er den in grüner Farbe erstrahlenden Koloss an und schwenkte ihn zentimetergenau auf das kurze Gleis, auf dem die "Lok 2" in den nächsten Jahrzehnten Besucher des Siebengebirges erfreuen soll. Dabei bot sich den Beobachtern die Möglichkeit, das Fahrzeug mit seinen Zahnrädern auch einmal von unten begutachten zu können.
Für den Kranführer, der seinen Beruf bereits seit 36 Jahren ausübt, war dies ein Routinejob. "Sonst machen wir das eben still und heimlich. Dann stehen meistens nicht so viele Menschen drum herum", meinte er. Die Zuschauer spendeten nach getaner Arbeit großzügigen Applaus für die Mitarbeiter des Transportunternehmens. Auf dem Gleis angebrachte Blockaden sollen eine Bewegung der Zahnräder der Bahn verhindern, zudem wurden die Bremsen angezogen und die Lok, die nun parallel zur Fahrtrichtung der Drachenfelsbahn steht, an einzelnen Stellen mit dem Untergrund verschweißt, damit sie laut Limper "wirklich ganz fest steht". Fest stehen soll sie "auch in den nächsten 40 Jahren", wie sich der Architekt des Tourismusbahnhofes, Michael Deisenroth, wünscht. Damit die Witterung die Lok nicht erneut angreifen kann, sollen historische Dächer der Talstation nachgebaut werden. Diese sollen ab dem Sommer sowohl die Lokomotive als auch die beliebten Esel schützen, die direkt daneben ihren Platz haben. "Die Esel und die Bergbahn sind einfach eins. Sie waren immer hier, und das möchten wir auch nicht ändern", so Deisenroth. Der 14 Tonne schwere Koloss kehrt nach der Restaurierung aus Polen zurück - Blockaden zwischen den Zahnrädern und angezogene Bremsen sollen ein Wegrollen verhindern
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