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Ein Arbeitspapier, das von einer Begrenzung bei Veranstaltungen auf 50 Teilnehmer ausgeht, sorgt für Unruhe unter den Sportlern - Arbeitskreis Tourismus streicht den fraglichen Passus
Von Hansjürgen Melzer
Siebengebirge. Rheinsteig-Extremlauf, Löwenburglauf, Drachenlauf, Rheinhöhenlauf, Siebengebirgsmarathon - Ausdauer-Veranstaltungen boomen im Siebengebirge. Aber wie lange noch? Ein Arbeitspapier, das als Diskussionsgrundlage für eine künftige "Verordnung über den Nationalpark Siebengebirge" dient, sorgt bei den Sportlern zurzeit für Aufregung. Dazu besteht jedoch kein Grund, wie der Vorsitzende des Verschönerungsvereins für das Siebengebirge (VVS), Herbert Krämer, und Königswinters Bürgermeister Peter Wirtz versichern.
In Paragraf 14, Absatz 15 des Arbeitspapiers steht unter "Verbote": Verboten ist es, "Veranstaltungen aller Art mit mehr als 50 Teilnehmern durchzuführen". Diese Zahl überbieten die genannten Veranstaltungen bei weitem: 380 waren es bei der Premiere des Rheinsteig-Extremlaufs im Juni, 400 beim Löwenburglauf im September, 400 beim Drachenlauf und sogar 1 000 beim Rheinhöhenlauf im Oktober, rund 800 werden es im Dezember beim Siebengebirgsmarathon sein. Die Läufe sind äußerst beliebt, weil das Siebengebirge den Teilnehmern zugleich eine reizvolle Kulisse und anspruchsvolle Topographie bietet.
Am Montagabend strich der Arbeitskreis Tourismus die Zahl 50 aus dem Arbeitspapier. Außerdem wurden die bestehenden Veranstaltungen, dazu zählt auch auch die Volkswanderung "Sieben auf einen Streich", festgeschrieben und dabei zahlenmäßig ausdrücklich nicht beschränkt, wie Herbert Krämer am Dienstag mitteilte.
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Laufen im Siebengebirge- Ein Gewinn für Leib und Seele. Hier beim Rheinsteig-Extremlauf Foto: Marathon4You
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Peter Wirtz weist darauf hin, dass das gleiche Verbot bereits in der Verordnung für das bestehende Naturschutzgebiet steht. Die Untere Landschaftsbehörde (ULB) des Rhein-Sieg-Kreises kann jedoch Befreiungen aussprechen, was bei den Veranstaltungen der Fall ist. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass es im Nationalpark Probleme für die Läufe gibt. Es wurde immer gesagt, dieses Thema werde behandelt wie bisher", so Wirtz.
Andernfalls hätte der Bürgermeister mit dem Nationalpark seine Schwierigkeiten. "Dann würden ich und ein Großteil der Ratsmitglieder ablehnen", meint der Bürgermeister. Als Organisator des Rheinsteig-Extremlaufs wäre er auch selbst unmittelbar betroffen.
Katja Lorenzini, die Pressesprecherin des Rhein-Sieg-Kreises, verweist ebenfalls auf die bisherige Praxis der Befreiungen und Ausnahmegenehmigungen von der Naturschutzverordnung. "Wie restriktiv oder nicht das künftig gehandhabt wird, ist Gegenstand der laufenden Diskussion in den verschiedenen Arbeitskreisen. Eine Aussage dazu ist zurzeit rein spekulativ". sagt sie. Das heißt, ob der Arbeitskreis Ökologie die Veranstaltungen genauso bewertet wie der Arbeitskreis Tourismus, der als erster über das Papier diskutierte, wird sich noch zeigen müssen.
Bis zum 20. Dezember, wenn sich die Bürgermeister der beteiligten Kommunen mit den Vertretern von Land, Kreis und Verschönerungsverein zur Schlussberatung treffen werden, müssen alle Ergebnisse aus den Arbeitskreisen vorliegen. Anschließend wird das Land einen Entwurf für die Verordnung über den Nationalpark Siebengebirge formulieren. Anfang Januar sollen darüber dann die Stadträte entscheiden. Anfang Februar wird die Verordnung der Öffentlichkeit vorgestellt.
Andrea Hammerl, Organisatorin des Drachenlaufs, ist zuversichtlich, dass ihre und die anderen Veranstaltungen auch in einem Nationalpark Bestand haben werden. "Wir haben die Zusicherung, dass an den bestehenden Landschaftsläufen nicht gerüttelt wird", sagt sie.
Auf die Frau vom Lauftreff Siebengebirge kommt in nächster Zeit viel Arbeit zu. Sie hat sich bereit erklärt, in Zusammenarbeit mit den anderen Lauftreffs, die im Siebengebirge aktiv sind, eine Bestandsaufnahme aller genutzten Wege zu machen. Sie sollen dann im Wegekonzept, das zurzeit erarbeitet wird, Berücksichtigung finden.
Wie viele Lauftreffs das sind, ist erstaunlich: Die Siebengebirgsläufer kommen vom LT Siebengebirge, LT Ennert, SV Vettelschoß-Kalenborn, SV Windhagen, TV Eiche Bad Honnef, der SSG Königswinter, LLG Sankt Augustin, von Tri Power Aegidienberg und sogar vom entfernten Lauftreff Mondorf. Die Mondorfer trainieren regelmäßig im Ennert.
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