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Chris Harraß

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 Berichte zu interessanten Themen rund um den Ölberg Mai 2008 Redaktion:Christian Harraß                   Mail an die Redaktion

Die Nikolauskapelle

Quelle: Heimatverein Heisterbacherrott
Die Nikolauskapelle stammt aus der Mitte des 12. Jahrhunderts, der Gründungszeit des Klosters Schwarz-Rheindorf. Ursprünglich war sie dem hl. Markus geweiht. Nach der Zerstörung im 30 jährigen Krieg wurde sie 1676 wieder hergerichtet und dem hl. Nikolaus geweiht. Bis zur Säkularisation waren Kapelle und Fronhof ( heute Haus Schlesien)  immer noch Eigentum des Klosters. Hiernach gingen beide in Staatseigentum über.
1820, nach Verkauf des Fronhofes, blieb auf Antrag des Bürgermeister von Oberkassel die Kapelle weiter in Staatseigentum, wurde aber der Zivilgemeinde für gottesdienstliche Zwecke zur Verfügung gestellt. Für Hochzeiten, Taufen und Sterbefälle mußte aber die Kirche in Niederdollendorf aufgesucht werden.
Durch den Bevölkerungszuwachs, teilweise auch ausgelöst durch die hier im Gebiet auf-kommende Steinbruchindustrie, lagen die Besucherzahlen bei Gottesdiensten in der Nikolauskapelle teilweise bei 400-500. Nicht nur in einem schlechten Zustand, -ein Jahr vorher war aus dem Glockenturm die Glocke herabgefallen-, sondern auch im Innenraum zu klein geworden, wurde 1866 bei den Instandsetzungsarbeiten eine Empore eingebaut, wobei auch der Dachstuhl angehoben worden sein muß.

Ebenfalls 1866 -mit Einführung eines eigenen Rektors- kamen auch Bestrebungen in Gang, eine neue Kirche zu bauen.
Mit Fertigstellung der neuen Kirche wurde die Kapelle fast zwanzig Jahre nicht mehr genutzt. Erst am 29. April 1899 wurde der Antrag gestellt, Grund und Boden sowie Gebäude als Eigentum der Kirche ins Grundbuch eintragen zu lassen. Am 28. Juli 1904 kam die Bestätigung der Umschreibung. Nicht berücksichtigt wurde hierbei, ein Wegerecht zur Kapelle zu sichern, wodurch es immer wieder zu Unstimmigkeiten mit dem jeweiligen Pächter des Fronhofes kam.
Erst kurz vor der Gebietsreform 1969 konnte von der damaligen noch selbständigen Gemeinde Heisterbacherrott noch eingeleitet werden das die Fläche um die Kapelle zum anlegen des heutigen Bürgerparkes angekauft wurde. Hierdurch wurde die Kapelle zugänglich.
1913 wurde sie dann nochmals instandgesetzt.
Obwohl jetzt im Eigentum der Kirche begann der neue Eigentümer des Fronhofes -ein Herr Lepper- die Kapelle als Familiengruft umzubauen, die aber nie fertig gestellt wurde. Die so entkernte Kapelle, teilweise waren die Fundamente freigelegt, und das Mauerwerk mit Balken abgestützt, diente jahrelang dem Fronhof als Materiallager. Die herausgerissenen Fußbodenplatten waren bei der Umgestaltung des Fronhofes im Kuhstall verlegt worden.


 

 

 

 

 

 

 




Erst 1933, durch persönlichen Einsatz von Rektor Helten, ist die Kapelle von Grund auf renoviert worden, wobei auch der heutige Altartisch erstellt wurde. 1951 wurden Gedanken laut, sie als Leichenhalle umzubauen. Erst 22 Jahre später erfolgten wieder Restaurierungsarbeiten. In einer dreijährigen Bauphase von 1973 bis 76 wurde mit einem Kostenaufwand von 143.000 DM das gesamte Gebäude von Ausbesserungsarbeiten am Mauerwerk über Erneuerung des Dachstuhls bis hin zum Innenfußboden saniert.

Die 1955 eingebauten Fenster sind durch die heutigen Buntglasfenster, Entwurf Paul Weickmann Leverkusen, ersetzt worden. Die Motive sind der hiesigen Landschaft angepaßt. Das Leitgedanke hierfür " Die ganze Natur lobe den Herrn" zum Ausdruck gebracht durch die Darstellung von Garten- und Feldfrüchten, Strauchblüten, Weinranken, sowie verschiedene Vogelmotive. Auch wurde die Idee von Stephan Zylka (Heimatverein Heisterbacherrott) verwirklicht, für das nördliche Fenster im Altarraum ein Motiv vom Stenzelberg zu wählen.
Weil sich immer wieder Feuchtigkeitsschäden in den unteren Wandbereichen zeigten, das Gebäude ist aus Stenzelberger Latit erstellt, erfolgte 1986 eine Außenfundamentisolierung und 1987 eine zusätzliche Zwangsbelüftung. Bei den letzten Arbeiten sind die Eckquader aus Naturstein wieder freigelegt worden.
Das alte Wegekreuz auf der Westseite der Kapelle wurde erst 1974 aus Sicherungsgründen nach hier umgesetzt. Es stand ursprünglich an der Einfriedungsmauer des Fronhofes auf der Petrusstraße.

Diesen Text stellte Winfried Görres zur Verfügung

Möchten Sie die Restaurierung der Kapelle unterstützen? Hier können Sie es! www.kapelle.heisterbacherrott.de

Ist die Nikolauskapelle noch zu retten?

Restaurator weist den Weg- völlige Genesung aber fraglich.             7.11.2004

Heisterbacherrott, Chh- Wechselvoll ist die Geschichte des Kleinodes an der Dollendorfer Strasse. Nicht immer wurde die Kapelle pfleglich behandelt. Hier und da mal eine Schönheitsreparatur, für mehr war nie Geld oder guter Wille da. Jetzt hat sich der neugegründete Förderverein aber vorgenommen den fortschreitenden Verfall soweit wie möglich aufzuhalten. Vor rund fünfzig interessierten Bürgern im ehemaligen Frohnhof gab Bürgermeister Wirtz dem Vorhaben seine guten Wünsche und eine finanzielle Unterstützung mit auf den Weg. Vorstandsmitglied Winfried Görres erläuterte den kaum nach zu vollziehenden Lebenslauf des kleinen Gotteshauses, der jetzige Zustand gebe Anlass zur Sorge.

Das Salz in der Suppe. Dipl.Ing. Axel Dominik


Dipl.Ing. Axel Dominik, Restaurator im Maurerhandwerk versuchte in einem aufschlussreichen Vortrag, Möglichkeiten aufzuzeigen, die Hauptübeltäter Wasser und Salz aufzuhalten. Der feuchte Untergrund und die wechselnden Temperaturen im Inneren und an der Aussenwand lassen stetig Feuchtigkeit durch das Mauerwerk zirkulieren. was mit der Zeit immer wieder zu Salzaustritten auf den Putzseiten führt. Das Salz verklumpt und sprengt den Putz allmählich ab. Auch die Nutzung der Kapelle in der Vergangenheit als Lager von schädlichen Stoffen (mutmaßlich auch Kunstdünger) hat zu der Anreicherung von Salzen in den Mauern geführt.

 

 

 

 

 

Erst steigt das Wasser-

dann blüht das Salz.

Da eine chemische Versiegelung der feuchten Mauern nicht wirklich auf Dauer wirkt, scheint eine rein mechanische Auftrennung aller Mauern und eine Einbringung von Sperrpappe die einzig praktikable Lösung zu sein. Hier sei aber der Statiker gefragt, der unter anderem die Abstützung der Gewölbe der Kapelle berücksichtigen müsste. Die Kosten für diese Massnahme seien  aber recht hoch.

Ende mit Nass: Sperrpappe hält trocken

Auch der Denkmalschutz müsse berücksichtigt werden.
Die Empfehlung des Restaurators geht dahin, dem Fundament und den unteren Mauerbereichen die bestmögliche Entfeuchtung zukommen zu lassen. Dazu müsse die vorhandene , verstopfte Drainage gereinigt werden. Nach der Aufbringung eines “Opferputzes”, der alle paar Jahre erneuert wird, und die Salze im Laufe der Zeit aus der Mauer entzieht, wird dann später ein Sanierungsputz aufgetragen. Die Wichtigste Massnahme sei aber eine Klimatisierung der Kapelle auf einem niedrigen Niveau. Bei Temperaturen um 8° C und einer Luftfeuchte um 65% hat die Wand die besten Chancen, trockener zu werden. Eine gelegentliche Nutzung der Kapelle ist nach Ansicht von Dominik nur zu empfehlen. Vorstellbar seien nicht nur kirchliche, sondern auch gesellschaftliche Veranstaltungen im kleinen Rahmen.
Die Sanierung der Kapelle sei durchaus in Eigeninitiative möglich, sie bedürfe aber unbedingt der sachkundigen Führung. Auf jeden Fall bleibt die Instalthaltung eines solch stark in Mitleidenschaft gezogenen Gebäudes eine Aufgabe für Generationen.  Der Förderverein will nun die finanziellen Mittel zusammenbringen, die einen Beginn der Arbeiten ermöglichen. Vorsitzender Volker Roth wies auf die Spendenmöglichkeit und Steuerabzugsfähigkeit von Spenden und dem Jahresbeitrag von 18 Euro hin.


Auferweckung oder weiterer Dornröschenschlaf? Das Kleinod Nikolauskapelle hat ein besseres Schicksal verdient!

Fotos: Chris Harraß 2004