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Die Petersberg-Bahn 1888-1958
Die Geschichte des Petersberges ist bestimmt von seinem vulkanischen Ursprung, dem damit verbundenen Basaltabbau, den Ansiedelungen der Zisterzienser, den Hotelbetriebenauf seiner Kuppe und seiner Funktion als Gästehaus der Bundesregierung. Maßgeblich an der Erschließung des Petersberges ist der kölner Industrielle (4711 Kölnisch Wasser) und in Königswinter w ohnende Ferdinand Mülhens beteiligt. Er betrieb mit seinen finanziellen Möglichkeiten einen gewaltigen Ausbau der Verkehrswege auf den Berg. Nicht immer unumstritten! 1888, fünf Jahre nach Eröffnung der Drachenfelsbahn, als Dampf-Zahnradbahn gebaut, hatte sie die Bestimmung, Touristen von den Schiffsanlegestellen und dem Königswinterer Bahnhof auf das Bergplateau zum Hotel zu bringen. Die damals hochmoderne Bahn wurde auf Initiative der Hotelbesitzers Paul Nelles, gebaut. Betreiber der 1,35 km langen Bahn mit bis zu 26 % Steigung war die Petersberg Zahnradbahn AG. Die Stadt Königswinter verlangte 1% der Einnahmen für die Stadtkasse, und machte zur Auflage, daß die Strecke nur auf Königswinterer Gebiet fahren durfte. Was nicht einfach war, weil die Stadtgrenze zu Dollendorf genau über die Kuppe des Petersberges verlief. Der Talbahnhof der Petersbergbahn war zunächst oberhalb des Gasthofes "ZUM KÜHLEN GRUNDE", der heute hinter der Hochstraße liegt. Nachdem Ferdinand Mülhens 1912 Eigentümer der Hotelanlage wurde, wurde der Haltepunkt bis 1958 an den Normalspur-Bahnhof Königswinter verlegt, heute nur noch zu erahnen entlang des Zaunes des ehemaligen Lokschuppens der Petersberg-Bahn. Die Verlegung rief großen Ärger bei den Gastwirten und Anliegern an der ehemaligen Talstation hervor. Der VVS, als Grundeigentümer verweigerte damals die Hergabe der Strecke für die Trasse, im Zuge einer Enteignung wurde dann aber doch gebaut, 80 Arbeitslose der Stadt Königswinter vollendeten das Werk. Die Streitigkeiten um die Trasse zwischen dem VVS und Ferdinand Mülhens sollten nicht die einzigen sein, wenn es um gewaltsame Durchsetzung von Baumaßnahmen ging.
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Technische Daten: |
Spurweite: 1000 mm, Zahnstangenantrieb: System Riggenbach, Streckenlänge 1256 m, überwundene Höhe: 270 m, max Steigung 26 %,
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System Riggenbach
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Streckenbegehung:
Ausgangspunkt ist der ehem. Talbahnhof am Lokschuppen mit Schienen und Resten der Wartungsgrube. Bis hierher führte die Verlängerung vom alten Haltepunkt bergabwärts, um den Reisenden den Fußweg von der „großen“ Bahn zur Petersbergbahn zu ersparen. Rund um den Lokschuppen ist noch der original-Zaun mit einem authentischen Schild „Bahnanlage“ zu sehen. Der Weg führt unter der Hochstraße hindurch und biegt dann leicht rechts ab. Hier umfuhr die Bahn in geringem Abstand die Gebäude der Eichendorff- Mühle, mit der Gaststätte " Zum Kühlen Grunde" Einst stand sie in der Nähe der alten Talstation der Petersbergbahn als Gasthof für die Reisenden. Später führte die Trasse unmittelbar am Gasthaus vorbei (die abgeschrägte Hauskante ist noch zu sehen). Lärm und Rauch schreckten aber die Gäste ab. Die nahe Vorbeifahrt wurde zum gelegentlichen Bierausschank aus dem Fenster an das Bahnpersonal genutzt. Über die nicht mehr vorhandene Brücke über den Bach bog die Bahn dann in einer Linkskurve auf die Bergstrecke ein, etwa auf Höhe des heutigen Energie-versorgungshäuschens. Dort beginnt für Wanderer der steile, beschwerliche Anstieg. Durch dichtes Kraut gelangt man nach ca. 100 m zum
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Wartungspunkt ( Dömchen)
Auf den flachen Stück der Trasse kann man links und rechts Ausweichgleise und Reste der Wartungsgrube sehen. Hier wurden alle Arbeiten an den Lokomotiven und Wagen erledigt. Insbesondere die Kesselreinigung der Dampfrösser. Die Arbeiten fanden auch während der Nacht statt. Von hier aus führte die meterspurige Trasse mit bis zu 26% Steigung zum Plateau. Die Zahnschiene (System Riggenbach) musste regelmäßig kontrolliert werden, weil Burschen des Ortes auf den gut gefetteten Schienen mittels eines großen Steines zu Tal rutschten. Beschädigungen der Zahnstange hätten die Lokomotive zum entgleisen bringen können.
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Durch eine enge Schlucht führt die Trasse nun weiter in die Höhe, die Begehung der weiteren Trasse ist nicht zu empfehlen, die Strecke ist extrem zugewachsen und teilweise verschlammt. Außerdem dient sie als wichtiges Biotop innerhalb des Naturparkes Siebengebirge. Statt dessen verlässt der Wanderer am Dömchen die Bahntrasse und gelangt über den Bittweg und den alten Kutschenweg zum Eingang des Hotelplateaus, wo die Reste der alten Bahnunterführung wieder einen Blick auf die oben angekommene Strecke freigeben. Die ehem, Zufahrtsstraße über die Bahnbrücke wurde in Zuge des Umbaues des Petersberges zur Staatsherberge nach rechts verlegt. Von hier aus führt die Trasse direkt zum Haltepunkt auf dem Plateau, der heute nur noch durch eine Gedenktafel zu erkennen ist. Hier befand sich auch das ehem. Kassenhäuschen, das allerdings in einiger Entfernung vor dem Haltepunkt stand. Durch das Aufstellen auf Königswinterer Gebiet brauchten keine Abgaben an die Gemeinde Niederdollendorf gezahlt zu werden.
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Das Ende der Zahnradbahn 1958
Seit etwa 1929 war nur noch eine Dampflok im Betrieb. Kriegsbedingt wurde der Verkehr auf der Petersbergbahn 1944 eingestellt und 1947 mit einer Dampflok wieder aufgenommen. Die Einstellung des Betriebs war für den 31. Oktober 1958 geplant. In diesem Jahr ereignete sich auf der Drachenfelsbahn ein schweres Unglück, bei der eine Lok entgleiste und 17 Menschen getötet wurden. U rsache war wahrscheinlich Leichtsinn der Lokführer (mangelnder Luftdruck in der Bremsanlage), die Schuld wurde aber einem getöteten Schaffner angelastet. Daraufhin wurden die Dampfloks aus dem Verkehr gezogen. Für die Petersbergbahn bedeutete dieser Unfall das Ende. Am 14. September 1958 wurde der Betrieb hier umgehend eingestellt. Die Gleisanlagen zum Petersberg wurden erst Ende der 1970er Jahren restlos abgetragen.
Chris Harraß
Die geführte Petersbergwanderung mit weiteren historischen Leckerbissen kann beim Verfasser gebucht werden.
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