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Sport in den Sieben Bergen

Reiten im Siebengebirge

150 Kilometer für Training und Entspannung
 

 Text: 9. August 2006

Der Naturpark Siebengebirge bietet perfekte Voraussetzungen für schöne Ausritte.
Etwa 6 000 Pferde gibt es nach Angaben des Forstamts Eitorf mittlerweile im und um das Siebengebirge

Von Johanna Wahl
SIEBENGEBIRGE. Wer einmal auf einem Pferd durch das Siebengebirge geritten ist, möchte diese Erfahrung nicht mehr missen. Weiche Böden, breite Wege und unendlich lange Strecken laden jeden Reiter ein, seine Wochenenden auf dem Pferd zu verbringen.
Wer genug Zeit hat, kann von Bad Honnef über Aegidienberg nach Ittenbach weiter an Königswinter vorbei bis in den Ennert hinein reiten. Zwischenstation kann an Rastplätzen gemacht werden, die auch von den Wanderern genutzt werden. Gaststätten wie der Löwenburger Hof, das Einkehrhäuschen und das Milchhäuschen bieten Anbindebalken und Wasserversorgung für die angestrengten Tiere an. Laut des Verschönerungsvereins für das Siebengebirge (WS) stehen den Vierbeinern und ihren Besitzern im Siebengebirge 80 Kilometer ausgeschildertes Reitwegenetz zur Verfügung.
Christian Harraß, ehemaliger Vorsitzender der mittlerweile aufgelösten Vereinigung der Freizeitreiter und -fahrer in Deutschland, VFD-Abteilung Siebengebirge, schätzt das Reitwegenetz, eingeschlossen der zusätzlichen Wege, die beritten werden dürfen und der Wege außerhalb des Naturschutzgebietes, auf über 150 Kilometer. „Seit der Öffnung von Teilen des Oelbergringweges ist es möglich, von den Siegniederungen bis weit nach Rheinland-Pfalz zur reiten", schwärmt Harraß, selbst passionierter Freizeitreiter.

Reiten und Wandern auf gemeinsamen Wegen: , mit Rücksicht geht es  Foto: Ch. Harraß


Für Reiter, die ihre Wege nicht mit den Sonntagswanderern teilen möchten, stehen genug Ausweichwege zu Verfügung. Wer also dem Trubel fernbleiben möchte, hat im Siebengebirge trotzdem gute Karten. Doch nicht nur Freizeitreiter schätzen das Siebengebirge. Auch Sportreiter loben die guten Trainingsvoraussetzungen.
„Das große Angebot an Reitwegen im Siebengebirge war mit ein Grund für mich, meinen Arbeitsplatz nach Aegidienberg zu verlegen", so der Österreicher Andreas Höpfner, Trainer auf dem Gangpferde- Zentrum Aegidienberg. Natürlich ist es schwierig die Interessen aller Nutzer des Siebengebirges unter einen Hut zu bringen. Doch Herbert Krämer, Vorsitzender des WS betont: „Mit Reitern haben wir keinen Ärger. Die meisten verhalten sich sehr korrekt." Das schöne Reitgebiet lockt immer mehr Reiter an. Etwa 6000 Pferde gibt es nach Angaben des Forstamts Eitorf mittlerweile im und um das Siebengebirge.
Die erhöhte Nutzung der Wege ist natürlich auch zwangsläufig eine Belastung. Deswegen werden die Wege regelmäßig im Frühjahr von Vertretern der Reiter, der unteren Landschaftsbehörde und des zuständigen Forstamtes überprüft und wenn nötig wieder in Stand gesetzt. Finanziert wird die Erhaltung der Reitwege aus Geldern, welche die Reiter für die so genannten Reitplaketten zahlen.
Jeder Reiter, der den Wald oder die freie Landschaft nutzen möchte, muss die Plaketten gut sichtbar an beiden Seiten des Pferdes anbringen. Dieses „Nummernschild" für Pferde kann beim Bürger-Service-Büro im Kreishaus Siegburg schriftlich oder persönlich erworben werden. Die Kosten für, die Erstbeschaffung betragen etwa 38 Euro für private Nutzer und 87 Euro für Reithöfe. Verlängerungen für jeweils ein Jahr sind für etwa 30 beziehungsweise etwa 80 Euro im Jahr zu haben..

Eine offizielle Reitwegekarte gibt es vom Siebengebirge leider noch nicht. Aber es besteht die Möglichkeit, sich im Internet auf www.vfd-siebengebirge.gmxhome.de eine vom Freizeitreiterverein im mühevoller Kleinarbeit selbst aufgebaute Karte auszudrucken und das Siebengebirge damit zu erkunden. Wer sich kein eigenes Pferd leisten kann oder möchte, aber schon Reitgrundkenntnisse beherrscht, , kann an Ritten ins Siebengebirge teilnehmen, die von verschiedenen Reithöfen angeboten werden. Diejenigen, denen die großen Tiere unheimlich bleiben, können das Siebengebirge natürlich immer noch auf Schusters Rappen unsicher machen.