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Chris Harraß

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Königswinter-Bergregion

 Berichte zu interessanten Themen rund um den Ölberg Mai 2008 Redaktion:Christian Harraß                   Mail an die Redaktion

   12.Mai 2004
Position der IG Bergregion zum geplanten Sea-Life –Center

Die Arbeitsgemeinschaft der Gewerbevereine der Königswinterer Bergregion (Werbekreis Oberpleis, Werbekreis Thomasberg/Heisterbacherrott, Werbegemeinschaft Ittenbach, Werbegemeinschaft Eudenbach) unterstützt die Ansiedelung des geplanten Sea-Life-Centers in der Königswinterer Altstadt und erklärt sich mit den dortigen Gewerbetreibenden solidarisch.krake

Mit dem Bau der touristischen Attraktion wird ein wichtiger Impuls für die wirtschaftliche Belebung  des Stadtgebietes am Rheinufer gegeben. Qualifizierten Gewerbebetrieben, vor allem aus dem Bereich Einzelhandel, Hotel und Gastronomie wird eine reelle Chance eröffnet , ihre bestehenden Angebote zu festigen und neue Aktivitäten zu entfalten. Aus unserer Sicht ist dies unverzichtbar, um die wirtschaftliche Entwicklung des gesamten Stadtgebietes von Königswinter voranzutreiben. Nach der Strukturveränderung der letzten Jahre ist es zwingend erforderlich, Königswinter für Besucher und Einwohner attraktiver zu gestalten. Jede funktionierende Investition zahlt sich letztendlich für jeden einzelnen Bürger aus.
Wird ein Einvernehmen mit dem Investor angestrebt, ist eine städtebaulich durchaus vertretbare und dem Wohnambiente der Altstadt entsprechende Bauausführung sicherlich erreichbar. Dabei spielt die Bereitstellung des einzigen für den Investor interessanten Standortes am Rheinufer, Berliner Platz, eine entscheidende Rolle. 
Nur eine lebendige Altstadt schafft Perspektiven für die gesamte Stadt Königswinter.
Chris Harraß
Vorsitzender                                                                                                      
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Presseberichte zum Thema Sealife Center Königswinter  

berliner Platz1930Berliner Platz ist eine Baulücke

(ChH.)- Der Berliner Platz in Königswinter ist keine tradionelle Freifläche mit Blick zum Rhein, sondern eine schlichte Baulücke. Zum Vergleich: auf dem heutigen “Berliner  Platz” stand bis zu seiner Zerstörung 1944 das gewaltige Hotel “Berliner Hof”. Die Trümmer des Hotels sind unter dem Platz begraben. Die Aufnahme von 1930 zeigt das Bauwerk beim Rheinhochwasser.


Sealife-Center Königswinter (Entwurf)Entwurf: So stellen sich die Architekten das Sea Life Center auf dem Berliner Platz in Königswinter vor.
 Montage: Kay Elliott Architects /
Quelle: General-Anzeiger-Bonn

 


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Der neueste Entwurf: tiefergelegt, elliptisch und mit freier Sicht auf die alten Fachwerkhäuser.
Quelle: General-Anzeiger-Bonn
24.September 2004

 

 

 

General Anzeiger Bonn (04.10.2004)

Neuer Entwurf für das Sea Life Center ist finanzierbar

Investor will flacheren Bau in Königswinter realisieren und akzeptiert höhere Kosten

Königswinter. (fa) Die neuen Entwürfe für das auf dem Berliner Platz geplante Sea Life Center sind ihrer Realisierung offenbar einen weiteren Schritt näher gekommen. So hat die interne Prüfung des Investors Merlin Entertainments ergeben, dass die veränderte Planung finanziell realisierbar ist. "Wir werden tiefer in die Tasche greifen müssen, nehmen das aber in Kauf", sagte Projektkoordinator Johannes Mock am Montag auf Anfrage.
Wie berichtet, soll das geplante Bauwerk seinen industrieähnlichen Charakter dadurch verlieren, dass er zur Rheinseite abgerundet und tiefer in die Erde gesetzt wird. Auch soll die Fassade möglichst viel Glas enthalten. Die veränderte Planung soll den Anregungen und der Kritik Rechnung tragen, die in den vergangenen Monaten aus den Reihen der Bürger vorgebracht worden ist.
Teurer werde der Bau vor allem deshalb, weil das Tiefgeschoss nun ähnlich einem Schwimmbad gebaut werden muss - also wasserdicht und auftriebsicher. Bislang sollte eine Parkfläche das Tiefgeschoss des Sea Life Centers bilden. Auf den Zeitplan wird die veränderte Planung laut Mock keine nennenswerten Auswirkungen haben. "Die Zeit, die uns nun verloren geht, werden wir aufholen können", so Mock. Merlin rechnet weiterhin mit einer Netto-Bauzeit von sieben bis acht Monaten. Zuverlässige Zeitansätze, so Mock, könne es indes erst geben, wenn eine Baugenehmigung in Sicht sei.
Das dafür erforderliche Bebauungsplanverfahren läuft, die frühzeitige Bürgerbeteiligung hat bereits stattgefunden. Die Bürgerinitiative, die eine Bebauung des Berliner Platzes ablehnt, will sich Mitte der Woche zu den aktualisierten Plänen äußern. Nach Einschätzung des Investors, der in der Attraktion je nach Saison zwischen 25 und 50 Angestellte beschäftigt, würde nicht nur er, sondern auch die Stadt Königswinter von dem Bau profitieren.


General-Anzeiger vom 6.9.2004 

Zweifel an der Zulässigkeit des Bürgerbegehrens

 Die Befürworter des Königswinter Sea Life Center Aquariums äußern juristische Bedenken

 Von Rüdiger Franz
Königswinter.
In einer zweiten gemeinsamen Erklärung binnen weniger Tage haben CDU, Grüne und FDP in Königswinter nun abermals zum geplanten Sea Life Center Stellung genommen. Nachdem sich die Fraktionen zuletzt für den Bau des Aquariums auf dem Berliner Platz ausgesprochen haben, äußern sie jetzt Zweifel an der Zulässigkeit des Bürgerbegehrens, wie es die Bürgerinitiative Berliner Platz derzeit mit Hilfe einer Unterschriftensammlung anstrebt, um auf diesem Weg den Bau auf dem Berliner Platz zu verhindern.

Wie berichtet, will die Initiative ihre Forderung, das eingeleitete Bebauungsplanverfahrens einzustellen, dem Stadtrat nunmehr in Form eines Bürgerbegehrens vorlegen. Wie die Fraktionen von CDU, FDP und Grünen unterstreichen, beurteilen sie dieses Instrument direkter Demokratie grundsätzlich positiv. Mit ihrer jüngsten Erklärung will die "Dreier-Koalition" eigenen Angaben zufolge frühzeitig darauf hinweisen, dass die Zulässigkeit eines Bürgerbegehrens in diesem Fall auf erhebliche rechtliche Bedenken stößt. Auf diese Weise solle, wie es weiter heißt, eine Ablehnung des Bürgerbegehrens aus formalen Gründen vermieden werden.

Nach Paragraph 26 der Gemeindeordnung können Bürger beantragen (Bürgerbegehren), dass sie an Stelle des Rates über eine Angelegenheit der Gemeinde selbst entscheiden (Bürgerentscheid). Wie die drei Fraktionen nun unterstreichen, gilt dieses Entscheidungsrecht laut Absatz 5 des Paragraphen aber ausdrücklich nicht in Angelegenheiten, die im Rahmen eines förmlichen Verwaltungsverfahrens mit Öffentlichkeitsbeteiligung entschieden werden oder bei der Aufstellung von Bauleitplänen. Unzulässig sei nach der einschlägigen Rechtsprechung nicht nur ein auf Aufhebung oder Nicht-Vollzug eines Bebauungsplans gerichtetes Begehren sondern auch ein Begehren, das darauf gerichtet ist, dass eine Stadt bestimmte planerische Vorhaben aufgeben soll.  

Eben jene Zielrichtung verfolge aber die nach dem Begehren der Initiative den Bürgern bei dem beabsichtigten Bürgerentscheid vorzulegende Frage: "Lehnen Sie das Bauvorhaben Sea Life Center am Standort Rheinallee/Berliner Platz ab ?" Im übrigen sei ein Bürgerbegehren nicht zulässig, wenn tragende Elemente der zwingend notwendigen Begründung unrichtig sind oder dem Bürger keine abgewogene Entscheidungsfindung ermöglicht wird, indem nicht die maßgebenden Gründe der Gemeindevertretung aufgezeigt werden. 

Ob die aufgeführten Gründe und Argumente der Initiative diesen Anforderungen gerecht werden, darf in Zweifel gezogen werden", meinen nun CDU, Grüne und FDP, deren gemeinsame Erklärung am Wochenende von FDP-Fraktionschef Peter Gola verbreitet wurde. Außerdem weisen die drei Parteien darauf hin, dass die Unterschriftensammlung nicht der ausdrücklich gesetzlich vorgesehenen Anforderung entspreche, nach der das exakte Geburtsdatum der Unterstützer anzugeben sei. Die Erklärung schließt mit der indirekten Ankündigung, die Aktivitäten der Bürgerinitiative ungeachtet ihres Ergebnisses einer akribischen juristischen Überprüfung zu unterziehen: 

"Nach alledem wird ein eingereichtes Bürgerbegehren durch Rat und Verwaltung - unabhängig von der erreichten Zahl der Unterschriften - sorgfältig auf seine Zulässigkeit zu prüfen sein", so die Kommunalpolitiker. Selbst wenn der Rat sich über die Frage der Zulässigkeit hinwegsetzen wollte, müsse der Beschluss zur Durchführung des Bürgerentscheids gegebenenfalls von Amts wegen aufgehoben werden. 

Nicht willkommen waren die Vertreter der Bürgerinitiative auch am Sonntag bei den Organisatoren des Oberpleiser Sonntags. Ihrem Ansinnen, die Veranstaltung zur Sammlung von Unterschriften zu nutzen, hatte Günther Herr, Vorsitzender des Werbekreises Oberpleis, kurzfristig eine Absage erteilt.  

"Schon immer legt der Werbekreis allergrößten Wert darauf, dass der verkaufsoffene Sonntag eine politikfreie Veranstaltung ist. Das soll auch so bleiben", begründete Herr die Entscheidung, die daneben der offiziellen Haltung seines Gewerbevereins entspricht: Auch der Werbekreis Oberpleis befürwortet den Bau des Sea Life Centers auf dem Berliner Platz.

  


Richter lassen den Bau des Sea Life Centers zu

Verwaltungsgericht: "Das Aquarium fügt sich in die nähere Umgebung ein" - Aus der geplanten Eröffnung am 1. August wird laut Betreiber nichts mehr - Bauarbeiten in Königswinter sollen in den nächsten Wochen weitergehen

Von Rüdiger Franz

Königswinter. Die Würfel sind gefallen, das Sea Life Center in Königswinter darf gebaut werden. Mit zwei am Donnerstag bekannt gegebenen Beschlüssen hat das Verwaltungsgericht Köln Eilanträge zweier Nachbarn abgelehnt, die sich gegen den Bau des Aquariums auf dem Berliner Platz gerichtet hatten. Der geplante Bau an der Rheinpromenade verletze keine Nachbarrechte, entschieden die Richter.

Nur eine Pause: In den kommenden Wochen sollen die Arbeiten auf dem Berliner Platz weitergehen. Aus der Eröffnung des Sea Life Centers am 1. August wird jedoch nichts mehr. Vermutlich wird es dazu erst im Herbst kommen. Foto: Holger Handt


Bekanntlich hatte die Stadtverwaltung nach über einjähriger Diskussion Mitte Januar der Betreiberfirma Merlin Entertainments die Baugenehmigung erteilt. Nachdem zuvor eine Bürgerinitiative sowie die Königswinterer SPD vergeblich versucht hatten, das Projekt an dieser Stelle zu verhindern, entschlossen sich mehrere Nachbarn zu Widersprüchen, denen die Stadtverwaltung jedoch keine Abhilfe verschaffte. Zwei der Anwohner, deren Grundstücke unmittelbar an das Baugrundstück grenzen, beschritten daraufhin den Klageweg. Sie sind der Meinung, das Aquarium sei baurechtlich unzulässig und verletze ihre Nachbarrechte (der GA berichtete).
Die Verwaltungsrichter schlossen sich dieser Auffassung jedoch nicht an. In der näheren Umgebung gebe es neben Wohngebäuden bereits eine gewerbliche Nutzung durch Geschäfts- und Bürogebäude, Einzelhandelsbetriebe, Gaststätten und Hotels, in die sich das geplante Sea Life Center einfüge, heißt es in den nun ergangenen Beschlüssen. Die Nachbarn würden durch den Neubau nicht unzumutbar beeinträchtigt.
Insbesondere seien keine unzumutbaren Lärmbelästigungen zu erwarten, denn die geltenden Lärmschutzwerte würden nicht überschritten. Nach Informationen des General-Anzeigers sollen die Richter ferner zu dem Schluss gekommen sein, dass es eines neuerlichen Bebauungsplans für das ohnehin als Baugrund ausgewiesene Grundstück nicht bedurft hätte. Somit hätte die Baugenehmigung genügt. Bekanntlich war der Weg des Bauleitplanverfahrens mit dem Argument gewählt worden, dass dies den Bürgern mehr Beteiligungsmöglichkeit einräume.

Seitens der Sea Life-Betreiber wurde die Entscheidung am Donnerstag mit großer Zufriedenheit aufgenommen: "Wir sind froh, dass die Richter unseren Standpunkt teilen und haben auch damit gerechnet", sagte Merlin-Vorstandsmitglied Johannes Mock dem General-Anzeiger. Der Betreiber, der die Bauarbeiten in Erwartung der Entscheidung mehrere Wochen hatte ruhen lassen, will die Baufirmen nun damit beauftragen, die Arbeiten wieder aufzunehmen.

Laut Mock soll es in etwa zwei Wochen mit dem Bau auf dem Berliner Platz weitergehen. Den ursprünglichen Eröffnungstermin Anfang August, so Mock weiter, werde man indes nicht mehr einhalten können. Merlin gehe nun davon aus, etwa Anfang Oktober eröffnen zu können. Auch, so räumte Mock auf Anfrage ein, habe die Verzögerung durch das Widerspruchsverfahren erhebliche Mehrkosten produziert. "Das war ein teurer Spaß", so Mock; Zahlen wollte er nicht nennen.

Des einen Freud - des anderen Leid: Bei der Bürgerinitiative Berliner Platz war die Enttäuschung über den Richterspruch am Donnerstag groß: "Vor allem für die betroffenen Anwohner ist das ein Tiefschlag", sagte Sprecher Markus Bergerhausen. Grundsätzlich aber werde sich die Bürgerinitiative wie ein "fairer Verlierer" verhalten. Zunächst aber wollen Bergerhausen und seine Mitstreiter das Urteil von ihren Anwälten studieren lassen.

Dabei dürfte sich auch entscheiden, ob die Antragsteller von der Möglichkeit Gebrauch machen, gegen den Beschluss binnen eines Monats Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht Münster einzulegen. Freude verursachte der Richterspruch hingegen bei der Stadtverwaltung: "Die Verwaltung begrüßt die beiden Richtungsentscheidungen und geht von einer zügigen Aufnahme der Bauarbeiten durch den Investor aus", hieß es am Donnerstag in einer ersten Stellungnahme.

Aus Sicht der Verwaltung ist die Entscheidung aus Köln die zweite gute Nachricht innerhalb von 24 Stunden: Am Mittwoch hatte die nordrhein-westfälische Landesregierung bekannt gegeben, dass in diesem Jahr 1,14 Millionen Euro aus dem Stadterneuerungsprogramm nach Königswinter fließen werden. 700 000 Euro sind für Schloss Drachenburg und 455 000 Euro für die Altstadtsanierung vorgesehen.


400 000 Besucher in der Unterwasserwelt

(01.12.2006)

Vor einem Jahr hat das Aquarium an der Rheinpromenade in Königswinter eröffnet - Die Bilanz der Betreiber, der Gastronomen und Einzelhändler ist bislang durchweg positiv

Von Rüdiger Franz

Königswinter. Im Sea Life Center darf am Freitag die erste Geburtstagskerze entzündet werden: Vor genau einem Jahr nämlich wurde das Aquarium eröffnet (der GA berichtete).
 
Seitdem konnte die neue Attraktion am Fuße des Siebengebirges eigenen Angaben zufolge mehr als 400 000 Gäste begrüßen. Kein Wunder also, dass die Bilanz seitens der Betreiberfirma Merlin Entertainments durchweg positiv ausfällt.

"Mit 350 000 Besuchern hatten wir ursprünglich kalkuliert, dass die Zahl um mehr als ein Siebtel übertroffen wurde, freut uns natürlich sehr und bestätigt uns in der Wahl des Standortes Königswinter", sagt Silke Sawitzki, Sprecherin des neuen Königswinterer Magneten.

Wie sie weiter ausführt, lagen die Spitzenwerte in der Anfangsphase unmittelbar nach der Eröffnung und in den Sommerferien. Dass die langen Besucherschlangen zuletzt nur noch selten an der Rheinallee zu beobachten waren, bereitet den Verantwortlichen keine Bedenken: Nach dem Ansturm zu Beginn und in den Ferien verteilten sich die Besucherströme jetzt gleichmäßiger.

Davon, dass die Gästeschar nach der ersten Euphorie nun rapide sinkt, geht bei Merlin Entertainments niemand aus: "Wir haben mit Königswinter ja ganz bewusst einen Standort gewählt, dessen Einzugsbereich sich bis ins Mittelrheintal und im Norden über Bonn, Köln und Aachen erstreckt", sagt Silke Sawitzki.


Ein "Nachschub" an Publikum sei in diesem Umfeld garantiert. Aus diesem Grunde sei auch der Personalbestand unverändert geblieben: Zehn feste Mitarbeiter organisieren den Betrieb permanent, zusätzlich werden Aushilfen beschäftigt - in der Hauptsaison bis zu 60 an der Zahl. Bewährt hat sich aus Sicht des Unternehmens auch das Verkehrs- und Parkleitsystem in der Stadt, das es beispielsweise den Reisebussen ermögliche, die Gäste unmittelbar vor dem Aquarium abzusetzen.

"Alles bestens", so also das Fazit der Betreiber nach einem Jahr. Ganz ähnlich sehen es übrigens die offiziellen Vertreter von Stadtverwaltung, Gastronomie und Einzelhandel: "Das Sea Life Center hat der Stadt auf jeden Fall eine spürbare Belebung gebracht", sagt Hotelier Manfred Maderer - auch in den zuvor in Königswinter so tristen Herbst- und Winterwochen sei in der Stadt etwas los.

"Noch ein Objekt dieser Kategorie wäre wünschenswert", meint Maderer in Anspielung auf die freistehenden Flächen in der Altstadt. Ähnlich sieht es Einzelhandelssprecher Kurt Trommeschläger: "Wir profitieren vom Sea Life Center, weil eindeutig mehr Besucher in der Stadt sind".

Und Bürgermeister Peter Wirtz sieht es mit Freude, dass das Konzept zur Verkehrslenkung aufgegangen ist: "Die vorhandenen Großraumparkplätze werden gut angenommen und die - von manchen Kritikern im Vorfeld befürchtete - übermäßige Belastung der Rheinallee ist ausgeblieben", so der Bürgermeister.

So positiv die Gesamtbilanz nach einem Jahr - die vereinzelten dissonanten Zwischentöne, die sich ebenfalls in die Startphase mischten, können sie nicht gänzlich überdecken. So überraschte Merlin im Februar mit der Demission von Britta Thiel, die das Aquarium bis dahin geführt hatte. Ihr folgte für drei Monate kommissarisch Verena Fink von Rabenhorst, seit Mai ist nun Werner Dullmaier am Ruder.

Als wenig erquicklich wird auch das lange Hin und Her um die Gestaltung des Vorplatzes in Erinnerung bleiben. Traurige Höhepunkte einer langen Serie von Anfragen in der Kommunalpolitik und Briefwechseln zwischen Stadtverwaltung und Merlin Entertainments waren zunächst die wüstenähnliche Ödnis vor dem Eingang, die dann in Form von dschungelartiger Überwucherung durch Unkraut ins andere Extrem umschlug.

Und an einen Fernsehbeitrag des Senders "RTL II", der in einem Beitrag das Restaurant des Sea Life Centers durch den Kakao zog, dürfte man sich in Königswinter mit gemischten Gefühlen erinnern: Fernsehköche hatten seinerzeit bemängelt, dass von den drei angebotenen Gerichten - Putengeschnetzeltes, Currywurst und Schnitzel - keines an Ort und Stelle zubereitet werde.

Klagen über das Restaurant wurden zwischenzeitlich auch seitens der Besucher laut. Weniger jedoch wegen der Speisen als vielmehr wegen der Sonne: Sie hatte das Speisen hinter der Glasfront in der hochsommerlichen Hitze nahezu unmöglich gemacht.