|
Von Roswitha Oschmann
Rhöndorf. Im Siebengebirge war Thomas Heyer schon oft. Aber noch nie geschminkt. Am Samstagabend jedoch kam der Rhöndorfer aus dem "Löwenburger Hof", wo ihn Bettina Resch in der Maske soeben mit Puderquaste und Pinsel bearbeitet hatte. Denn Thomas Heyer war nicht wie sonst als Spaziergänger oder Jogger auf Drachenburg, Löwenburg & Co unterwegs, sondern er stand mitten im Grünen vor Kamera und Mikrofon. Der WDR-Mann berichtete für die "Aktuelle Stunde" live aus dem Garten des bekannten Ausflugslokals am Fuße des Honnefer Hausbergs.
Statt wie üblich im Studio im akkuraten Anzug, präsentierte sich der Moderator im Freizeitlook vor einer phantastischen Kulisse - dem Siebengebirge. 2006 ist das Jahr der Naturparke. Grund genug für den WDR, solche Areale aus Nordrhein-Westfalen innerhalb seiner Sommer-Tour vorzustellen. Und weil der Naturpark Siebengebirge das älteste deutsche Naturschutzgebiet ist, das wegen seiner Schönheit schon Scharen von Dichtern beflügelte, wurde diese Rundreise quasi vor der Haustür Heyers gestartet. Nur allzu gern bestätigte der bekannte Fernsehjournalist aus eigener Ansicht Ferdinand Freiligraths Meinung, der hier das "Paradies auf Erden" gefunden hatte. "Es lohnt sich, das Siebengebirge zu besuchen", machte Thomas Heyer den Zuschauern Lust auf einen Ausflug nach Königswinter sowie Bad Honnef und die traumhafte Umgebung mit Bergen, Burgen und Schlössern. Hinter ihm sein Publikum, vor ihm das Equipment sowie die rund 15-köpfige, hochkonzentriert arbeitende Mannschaft mit Aufnahmeleiterin Sabine Hegel, die für das richtige Licht, einen guten Ton und eine ordentliche Bildqualität sorgte. Herbert Krämer, der Vorsitzende des Verschönerungsvereins Siebengebirge, mochte das Loblied Heyers nur unterstreichen.
Der VVS hatte eigens zur WDR-Sommertour mehrere Veranstaltungen bereits am Nachmittag durchgeführt, bei denen Drehteams des Fernsehsenders mit von der Partie waren. So interviewte Heyer, der dazu selbst aufs Rad kletterte, Mountainbikefahrer und Sportler vom Lauftreff.
Die Kameraleute waren bei einer Wanderung zu den Ofenkaulen dabei, und Thomas Heyer erfuhr dort von Klaus Breuer etwas über die Nutzung des Tuffsteins für den Backofenbau, das Herstellen von Flugzeugmotoren im Zweiten Weltkrieg in dem Höhlenlabyrinth und von Fledermäusen, die sich in den Kaulen mittlerweile angesiedelt haben.
Die Fernsehmacher besuchten außerdem den Weilberg, um Einblicke in die vulkanische Entstehung des Siebengebirges zu erhalten. An der Löwenburg, wo große Übertragungswagen mit dem WDR-Schriftzug das Fernsehereignis unübersehbar machten, wurde Kindern und Erwachsenen ein buntes Programm rund um Natur und Geschichte geboten. Das Team von Bonnatours zeigte, was alles mit Wildkräutern gezaubert werden kann, wie Stoffe mit Rinde gefärbt oder wie Steine bearbeitet werden.
Während der Sendung wurden dann minuten-kurze Filmausschnitte gezeigt, und die Moderatorin im Düsseldorfer Studio, Martina Esser, schaltete live zu Thomas Heyer, der trotz schönster Natur eines nicht ignorieren konnte: die Fußball-Weltmeisterschaft und das Spiel Deutschland gegen Schweden, das mit Beginn der Aktuellen Stunde abgepfiffen worden war.
"Das ist normalerweise eine fußballfreie Zone", schmunzelte Thomas Heyer, um dann zu fragen: "Wie ist denn hier das 2:0 aufgenommen worden?" Die Antwort der Mountainbiker, Läufer und Spaziergänger: Jubel und Arme hochreißen. Jubel auch bei einer Dame, die über Handy erfuhr, dass sie im Fernsehen gesehen ward - nicht beim Fußball, aber im Siebengebirge auf WDR.
(26.06.2006)
|