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Chronik St. Joseph Thomasberg |
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Die Kirche Längst nicht so alt wie die Strücher Schule, aber auch nicht so jung wie sie aussieht, ist die Geschichte der Kirche zu Thomasberg. Schon kurz nach der Jahrhundertwende wollten die Strücher Bürger eine eigene Kirche haben und begannen schon 1901 mit vorbereitenden Gesprächen und Sammlungen. Bei dem weiten Weg zur Pfarrkirche in Oberpleis war das kein Wunder. Und der ,,Nationalstolz“ der Strücher verlangte das auch. Nur das Geld dafür war im armen Schulbezirk Kuxenberg, wie er damals noch hieß, nicht so leicht zusammenzubekommen, und daran scheiterte es lange. Zwanzig Jahre vorher, 1882, hatten die Heisterbacherrotter versucht, die Strücher Orte - ausgenommen die im Bellinghauser Tal - in ihren Kirchenbezirk zu bekommen. Dabei ging es ihnen wohl weniger um das Heil als um die Zahl der Strücher Seelen, ohne die die eigenen Kirchbaupläne weder überhaupt noch erst recht in der geplanten Größe erreichbar schienen. Sie verwiesen darauf, daß von der Strüch jetzt schon viele sonntags in die (zu kleine) Kapelle kämen und nach einem Neubau mit 400 Besuchern aus diesem Bereich zu rechnen sei. Der Heisterbacherrotter Kirchbau wurde 1886 von Erzbischof Philippus genehmigt und 1891 nach Plänen von J. P. Bachem aus Königswinter vollendet - ohne die Strücher Orte! Die blieben bei Oberpleis und träumten, wie gesagt, bald von einer eigenen Kirche. Berichtet wird, daß im ersten Weltkrieg das bis dahin gesammelte Geld für eine Kriegsanleihe gezeichnet und das danach zusammengekommene Geld von der Inflation aufgefressen wurde. Doch immer wieder versuchte man es erneut. Am 5. Januar 1919 protokollierte der Schriftführer vom MGV Kuxenberg, Mathias Assenmacher, daß der Monatsbeitrag im Gesangverein ,,nach kurzer Besprechung“ von 10 Pf. auf 30 Pf. im Monat erhöht wurde, aber nur, um die erhöhten 20 Pf. dem "hiesigen Kirchen-Bau-Verein“ zur Verfügung zu stellen. 1921 erhöhte man den Beitrag auf 50 Pf., wovon weiterhin 20 Pf. für die ,,Kirchen-Neubau-Kasse“ bestimmt waren. Die nächste Kunde vom Thomasberger Kirchbauverein datiert vom 06.03.1928. Damals schien man auch schon konkrete Baupläne zu haben, denn in einem Schreiben der Fa. Bachem & Cie., Steinbruch- und Steinhauerbetriebe in Königswinter, vom 08.08.1928, an den Pfr. Lemmen aus Oberpleis heißt es, daß die Firma nach einer Unterredung mit dem Meister Reusch aus Grengelsbitze bereit sei, ,,die erforderlichen Bruchsteine aus den Halden unseres Stenzelberger Steinbruches für den Kirchenneubau in Thomasberg zum Preise von 120 RM abzulassen“. Pfr. Lemmen dankt am 15.10.1928 für dieses Angebot ,,namens des Kirchenbauvereins Thomasberg.“ Bei der jetzigen schwierigen Finanzlage könne leider der Bau vorerst nicht in Angriff genommen werden. Um aber der Steine sicher zu sein, überwies man der Firma Bachem & Cie. vorsorglich schon mal die 120 RM. Nach dem Krieg, als der Neubau konkret wurde, soll es dieserhalb einige Meinungsverschiedenheiten mit der Königswinterer Firma gegeben haben. Doch jetzt, 1928, machten zunächst die schlimme Erwerbslosigkeit, durch die immer mehr Leute ärmer und ärmer wurden und wirklich kein Geld mehr für den Kirchbau beisteuern konnten, und dann die Nazis allen diesbezüglichen Bestrebungen ein Ende. Im Pfarrblatt von Oberpleis vom 10.02.1935, damals war Johannes Dick Pfarrer und Paulus Renk Kaplan, erschien ein mittels Fettdruck herausgehobener Artikel mit der Überschrift: ,,Eine große Freude für die Thomasberger: Die erste heilige Messe.“ Im Text steht, daß die erzbischöfliche Behörde gestattet habe, daß während der Fastenzeit an 6 Wochentagen im Saale Wicharz in Thomasberg die hl. Messe gefeiert werden darf. Zu diesem Zweck, so schreibt das Pfarrblatt, wird dieser Saal in eine Kapelle umgewandelt. Weiter im Pfarrblatt: ,,Alten Leuten standen die Tränen in den Augen, als sie hörten, daß sie es noch erleben sollten, die heilige Messe in Thomasberg zu besuchen.“ Doch die Nazis machten dem bald einen Strich durch die Rechnung, sie verboten den Gottesdienst im Wicharz Saal. Nach dem zweiten Weltkrieg, als die Gefangenen nach und nach heim kamen und die Flüchtlings- und Vertriebenenströme auch unsere Heimat erreichten, entfaltete sich bei der Bevölkerung ein unbändiger Wiederaufbauwillen. Und der Wille, jetzt die eigene Kirche zu schaffen. Ostern 1945 und am Weißen Sonntag las Pfarrer Wichert die heilige Messe auf dem Schulhof in Thomasberg. Die von den Alliierten verhängten Ausgangsbeschränkungen machten das erforderlich. 600 - 700 Gläubige besuchten die Ostermesse. Das unter anderem beeindruckte auch die erzbischöfliche Behörde in Köln, sie genehmigte am 08.10.1945 einen regelmäßigen Gottesdienst in Thomasberg. Zum Jahreswechsel 1945/46 wurde im Wicharz-Saal eine Notkirche errichtet. Hier feierte man nun über vier Jahre lang den katholischen Gottesdienst. Am 06.01.1946 wurde Johannes Thomé zum weiteren Kaplan in Oberpleis ernannt und erhielt vom Pastor Wichert den Auftrag, sich besonders um die Seelsorge in Thomasberg zu kümmern. Und als die Währungsreform von 1948 wieder mal fast alles Ersparte aufgezehrt hatte, machten die Thomasberger 1949 ,,Nägel mit Köpp“: sie gründeten erneut einen Kirchbauverein, diesmal einen eingetragenen Verein unter dem Vorsitz von Pfarrer Wichert. Zweiter Vorsitzender wurde Johann Otto aus Wiese. Schriftführer war Franz Symnofsky und Kassierer Heinrich Raths. Als Beisitzer fungierte Heinrich Klasen. Und endlich löste man jetzt auch die lange umstrittene Grundstücksfrage. Nachdem die Raths Wiese, der Platz hinter der Schule, das Bennerter Dreieck, Schonauers Wiese, Hebamms Eck und ,,dem Fiens Hannes sing Stöck“ ausgefallen waren, klappte es endlich am ,,Steene Ördchen“. Mit der Sammelbüchse wurde von Haus zu Haus gezogen, Spenden gingen ein, am 13.02.1949 war der erste Spatenstich und am 12. Juni 1949 wurde der Grundstein gelegt. Zwei Tage später legte die Kreisbaubehörde den begonnenen Bau wieder lahm, denn er war weder angemeldet noch genehmigt. Das wurde in Ordnung gebracht, und dann begann, geleitet vom Architekten, Herrn Reg. Bmstr. Band und dem Unternehmer Nolden, Zimmermeister Putz und Dachdeckermeister Winterscheidt eine unvergleichliche Kraftanstrengung der Strücher, wie man sie davor aber auch schon beim Sportplatzbau am Limberg erlebt hatte (wenn auch schon mal kritische Stimmen sagten, die Eifrigsten vom Sportplatz seien nicht immer auch die Eifrigsten an der Kirche). Besonders bemerkenswert ist, daß die Steine für den Kirchbau von steinbrucherfahrenen Thomasbergern am Stenzelberg gebrochen wurden, so daß die Thomasberger Pfarrkirche aus dem gleichen Gestein besteht wie die Mutterkirche in Oberpleis.
Am 5. Februar 1950 wurde der erste Gottesdienst in der neuen Kirche gefeiert, und am 19. März 1950 war die feierliche Einsegnung durch Prälat Peter Buchholz. Am 20.10.1952 wurde Kaplan Hans Thomé zum vikarius expositus in Thomasberg ernannt. Ab 01.04.1953 war die Kirchengemeinde in St. Joseph in Thomasberg zunächst eine abhängige Rektoratspfarre im Verband der Mutterpfarre St. Pankratins in Oberpleis. 1956 erfolgte die Erhebung zu einer unabhängigen Rektoratspfarre. Rektoratspfarrer wurde Johannes Schürmann. Bald zeigte sich, daß die Kirche ruhig etwas größer sein dürfte, auch müßte sie eine Orgel und ein G1ockengeläut haben. Diese Wünsche übernahm der neue Pastor, der am 16.10.1960 die Nachfolge von Johannes Schürmann antrat. Es war Pfarrer Herbert Riem. Pastor Riem betreute dieses Amt bis zu seinem Tode, also ganze 20 Jahre. Unter ihm wurde 1960 ein neues Pfarrhaus gebaut, 1964 das Pfarrheim, fertiggestellt und 1965 der Kirchbauverein offiziell aufgelöst, d.h. im Vereinsregister (Reg.Nr. 199) gelöscht, denn behördlicherseits muß bekanntlich alles seine Ordnung haben. 1966 begann der Um- und Erweiterungsbau der Kirche zur heutigen Größe, 1967 wurde sie von Dechant Tummer eingeweiht. Ferner wurde 1967 das Geläut, bestehend aus 4 Glocken, angeschafft. Natürlich kam auch eine neue Orgel und auch, im Verein mit der Pfarrgemeinde Heisterbacherrott, ein katholischer Kindergarten, den allerdings die Stadt 1974 für rund 1 Million DM baute und den beiden Kirchengemeinden übergab. Mit Urkunde vom 27.03.1977 ernannte Erzbischof Kardina1 Höffner die Rektoratspfarre St. Josef in Thomasberg zur selbständigen kanonischen Pfarrei. Die Thomasberger waren am Ziel!
1982 wurde Willi Peter aus Sonderbusch, der im 2.Weltkrieg gelobt hatte, bei heiler Heimkehr aus dem Krieg 25 Jahre Dienst in der Kirche zu tun, von seinem Amt als Kirchenschweizer feierlich verabschiedet. Die 25 Jahre waren um. 1987 - 89 wurden an der Kirche umfangreiche Renovierungsarbeiten vorgenommen an deren Ende eine erneute Kirchweihe, diesmal durch Weihbischof Dr. J. Plöger vom Erzbistum Köln, stand. Vielleicht darf man an dieser Stelle einflechten, daß der Versuch, auf der Strüch ein Kirchweihfest, also eine Kirmes, einzuführen, und zwar am ersten Sonntag im August, nach mehreren Anläufen jeweils ziemlich kläglich gescheitert ist, nachdem es in den ersten Jahren noch recht ordentlich lief. Da wurde bei der Gaststätte Otto immerhin noch ein Tanzzelt aufgestellt und es gab den Frühball an Kirmesmontag sogar zeitgleich im Zelt, im Thomasberger Hof und bei Raths, und am Kirmesdienstag feierten de Junggesellen das Paiasbegraben mit anschließendem Tanz bei Raths. Doch dann wurden die Leute wohlhabender, konnten sich in der Ferienzeit eine Urlaubsreise erlauben und waren Anfang August einfach nicht da. Die Kirmes erlag so der Auszehrung. Dafür ist das Pfarrfest, erstmals am 01.09.1980 gefeiert, gut eingeschlagen. |
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